Posts mit dem Label Bier werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bier werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 22. November 2024

Trinkfest

 

Kürzlich, o gesellschaftlich gewandte Lesehäschen, kam die Frage auf, mit wem man eventuell zumindest ein Bier aushalten könnte. Als Testfälle wurden Herbert Kickl genannt – definitiv nein – sowie Hazeh Strache. Bei dem könnte sich ein Bier ausgehen, wenn auch eine Bahnfahrt von Wien nach Salzburg in einem jener ÖBB-Abteilwagen, deren Polster den kalten Rauch der 1990er bis zur Verschrottung nicht mehr loswerden, dann doch zu lang wäre.

Dabei wurde zunächst nicht festgehalten, welche Gebindegröße gegebenenfalls anzupeilen wäre. Im konkreten Vergleichsfall ist das eh wurscht, weil Strache sicherlich krügltauglich ist, während mit Kickl ein Pfiff schon zu viel wäre.  

Da politisch ja eh schon alles zu spät ist (zumindest bis Ende der Legislaturperiode), ist es sicher kein Fehler, sich vorher zu überlegen, wer zechtechnisch satisfaktionsfähig ist und wer nicht. Man weiß ja nie. Weil wir gerade dabei sind: Fällt nur eurem Ergebenen auf, dass das blutrünstige Wort „satisfaktionsfähig“ allmählich lit zu werden scheint, zumindest im deutschen Großfeuilleton? Es weht einen sonderbar an, wenn ausgewiesene Intellektuelle einen Begriff verwenden, der einst jemanden bezeichnete, mit dem dich zu duellieren nicht unter deiner Würde gewesen wäre, um Mitintellektuelle zu etikettieren, mit denen sich eine Diskussion auszahlte.

Hier nun erste und keinesfalls vollständige Überlegungen zum Thema, mangels persönlicher Bekanntschaft hochspekulativ, aber besser als nix.

Karl Nehammer: ein Seidl vielleicht

Katharina Nehammer: was da ist, da nehmen wir uns an der Cobra ein Beispiel.

Andreas Babler: nur gemeinsam mit Hans Peter Doskozil.

Werner Kogler: ähem.

Alexander van der Bellen: eher ein Achtel oder zwei, dazwischen geht man gemeinsam vor die Tür und schnorrt einen Tschick von ihm.

Wolfgang Sobotka: Charakterlich Gefestigte gehen ihm aus dem Weg, Impulsivere setzen sich mit ihm an einem Tisch. Sobald die Getränke serviert werden, gießen sie ihm  das eine über den Kopf, das andere in den Schritt.

Matthias Strolz: Lieber nicht.

Beate Meinl-Reisinger: ein Spritzer, wenn sie Zeit hat.

Olaf Scholz: zwei Red Bull und bisschen MDMA.

Donald Trump: um Himmels willen.

Prost und schönes Wochenende!

Freitag, 16. Februar 2024

Hobbys

 

Der Winter ist heuer bekanntlich auf einen Mittwoch gefallen, o resignierte Lesehäschen. Deshalb hat euer Ergebener zum ersten Mal seit ungefähr dem Winter 1974/75 keinen Wintersport erlebt (ausgenommen 2006/07, aber frischgebackene Väter haben anderes zu tun).

Bleibt das jetzt so? Vermutlich ja. Es ist also Zeit, sich andere Beschäftigungen zu suchen. Denn „hobbylos“ war in Teeniekreisen schon vor Corona ein Schimpfwort, da will man also nicht anstreifen. Die sogenannte Plagiatsjagd boomt ja dieser Tage. Sie bietet den Vorteil, dass man – ebenso wie für die Kanzlerschaft, aber anders als zum Beispiel für eine Karriere im Nageldesign – keine formale Qualifikation benötigt. Es genügt die Bereitschaft, den Ruf von Leuten zu schädigen, die sich dagegen oft schwer wehren können, weil ein typischer Statistikprofessor sich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit wahrscheinlich schwerer tut als ein typischer Anbieter von Öffentlichkeitsarbeit. Ihr merkt schon, der sogenannte Stefan Weber war wieder aktiv, und es wäre ihm beinahe gelungen, die stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen in den Selbstmord zu treiben. Ein Sieg der wissenschaftlichen Redlichkeit! So lange die Maturanten lernen, dass Objektivität durch die Verwendung des Passivs herstellbar sei, wie wir vor zwei Wochen erfahren haben, wird der Plagiatsjagdbranche das Material nicht ausgehen, denke ich.

Ein netter Zeitvertreib für Stadtbewohner ist auch das Anbandeln mit dem Vis-a-vis. Das Zweckdichterbalg schaut täglich, wie es der Belegschaft im Büro gegenüber geht. Kollektiv heißen sie „die Fischchen“, weil sie als Aquarienersatz dienen, sich jedoch durch eine Reihe von Vorteilen gegenüber einem solchen auszeichnen: Sie dosieren ihr Futter selbst, brauchen keine Wasserpumpe, schwimmen niemals in Sichtweite mit dem Bauch nach oben, und Veralgung ist garantiert kein Thema. Aufwendige Haustierhaltung durch die Beobachtung von Wildfremden zu ersetzen ist jedenfalls ein zukunftsträchtiges Konzept. Man schont dabei wertvolle Ressourcen, verhindert Qualzuchten und hält sich dabei die Möglichkeit offen, den Kontakt zu vertiefen. Die Fischchen zum Beispiel haben noch keine einzelnen Namen. Es ist nun ganz dem Halter überlassen, ob er sie auf gut Glück tauft oder sich bei Gelegenheit einfach ans Fenster stellt und eine Bierflasche schwenkt. Schon kommen sie dann durstig angelaufen und man kann sie ausfratscheln, wie sie denn nun wirklich heißen.

Wem die Sache nicht ganz geheuer ist, der hat die Wahl zwischen Reality TV und Käferzucht. Beides hat seinen Reiz. An der Unterhaltungsfront ist übrigens eingetreten, was euer Ergebener schon vor Jahren prophezeit hat: GNTM ist nunmehr so divers, dass auch Männer mitmachen dürfen. Der Bewerbung eines Vater-Tochter-Paares dürfte man bei ProSieben kaum widerstehen können. Ihr dürft euch also auf noch nie gesehene Bilder aus der Modelvilla freuen. Schönes Wochenende!

Freitag, 29. September 2023

Strohmänner töten

 

Erstens, o gesetzestreue Lesehäschen, fällt den Leuten immer wieder ein neuer Schwachsinn ein, mit dem sie ihren Nebenmenschen auf den Senkel gehen können. Euer Ergebener schlägt sich gerade mit einem Webshopbetreiber herum, bei dem er ein Ersatzteil bestellt hatte, das dann doch nicht benötigt wurde. Der Webshopbetreiber erklärte, für Bestellungen unter 50 Euro sei keine Rücknahme möglich, und verwies auf eine allerdings vage formulierte Website, auf der eine „Bagatellgrenze“ tatsächlich genannt wurde. Die Auskunft der Arbeiterkammer, dass das trotzdem Blödsinn sei, ignorierte er. Man wird sehen, wie das weitergeht.

Einstweilen kann man, wenn einem der Sinn danach steht, im Roman Männer töten (voll doppeldeutig!) von Eva Reisinger nach geschossenen Böcken suchen. Ich habe so eine Ahnung, dass man dabei fündig wird, und das nicht nur, weil sie hieramts schon das ein- oder anderemal zu Gästin war und dabei allerlei sprachlichen und (form follows function) inhaltlichen Unfug feilgeboten hat.

Sie hat anlässlich der Romanveröffentlichung auch Interviews gegeben, zum Beispiel dem Standard. Anscheinend werden in dem Buch etliche Männer recht blutrünstig umgebracht, und angeblich gibt es Leute, die doof genug sind, das zu kritisieren (Zitate solcher liefert die Autorin leider nicht), worauf sie empört erwidert: „Man sollte bedenken, wie Frauen in der Literatur seit Jahrhunderten ermordet werden. […] Bei Mord an Frauen scheint die Darstellung in Ordnung zu sein, aber sobald es um Männer geht …“.

Vor der Leistung, einen Roman zu schreiben, in dem Leute umgebracht werden, ohne offenbar jemals einen anderen gelesen zu haben, in dem das ebenfalls geschieht, kann man nur ehrfürchtig den Hut ziehen. Hand hoch, wer schon mehr als einen Krimi gelesen hat und sich nicht erinnern kann, dass darin mindestens ein Mann aufs Unschönste abgemurkst worden wäre. Jetzt bitte alle an Ferris Buellers Wirtschaftsunterricht denken: „Anyone? Anyone?“ Dachte ich mir. Zu behaupten, dass in der bisherigen Literatur (auch schon vor Agatha Christie) Männer nicht routinemäßig gewaltsam über den Jordan geschickt worden seien – auf die Idee, diesen Strohmann aufzustellen, muss man erst einmal kommen.

Danach wird eine Szene beschrieben, in der Frauen mit Bierkisten auf dem Dorfplatz sitzen, während die Schulkinder vorbeigehen. Ein Mädchen winkt seiner Mutter zu. Diese Spiegelung des Patriarchats sei interessant, wird im Interview angedeutet.

Liebe Lesehäschen, euer Zweckdichter stammt vom Land. Vielleicht läuft es dort, wo Frau Reisinger herkommt, ja anders. Aber nach meiner Erfahrung ist es generell eher unüblich, dass Leute gleich welchen Genders mit Bierkisten auf dem Dorfplatz sitzen. Wenn man dieser Szene einen genderistischen Spiegel vorhält, ist darin nichts zu sehen.

Dann fällt noch der schöne Satz: „Ich wollte damit zeigen: Sobald Männer verschwinden, beginnen alle nachzuforschen. Aber wenn Frauen im Schnitt jede zweite Woche ermordet werden, ist es kein Skandal.“ Da gibt es so ein Sprichwort, irgendwas mit Obst. Ich komme gerade nicht drauf, aber dass zwischen „nachforschen“ und „skandalisieren“ ein Unterschied besteht, auch wenn die Reisinger ihn leugnet, das weiß ich gerade noch.

Sagen wir so: Wenn ich das Geld für das blöde Ersatzteil wiederbekommen habe, lese ich vielleicht das Buch. Bis dahin lass ich mir das Interview genügen. Schönes Wochenende!


Freitag, 12. Mai 2023

Abendgestaltung

 

Als das Wünschen noch geholfen hat, o erinnerungsstarke Lesehäschen, war im Kino regelmäßig ein Spot zu sehen, der die Vorzüge dieses Mediums gegenüber dem Fernsehen hervorzuheben hatte. Man sah zuerst ein Fernsehbild in Originalgröße und dann im Vergleich dazu das Kinobild. Gleich wusste man Bescheid und investierte umso lieber wieder 50 Schilling in eine Kinokarte (im Admiralkino, die großen waren auch damals schon teurer), anstatt auf einen Fernseher zu sparen.

Heute ist das leider etwas schwieriger, wenn man eine Beamerleinwand daheim hat und hinreichend skrupellos ist, sich vom betrüblichen Angebot legaler Streaminganbieter der Piraterie in die Arme treiben zu lassen. Warum sollte man da nochmal gleich ins Kino gehen?

Antwort: Weil es halt doch nicht dasselbe ist. Man muss nicht so weit gehen, sich Eraserhead reinzupfeifen, über den im Falter einst ungefähr zu lesen war, es werde einem entrisch, wenn man sich klarmache, dass man mit lauter Wildfremden in einem dunklen Raum sitze, die alle Geld dafür bezahlt hätten, diesen Film zu sehen.

Dazu ist anmerken, dass Eraserhead großartig ist. Wer danach mehr Jack Nance sehen will, für den gibt es Twin Peaks, das natürlich ebenfalls großartig und viel, viel lustiger ist, als man es in Erinnerung hatte, besonders die erste Staffel.

Aber wir waren ja beim Kino. Selbst das bestausgestattete Heimkino ersetzt nicht das Lichtspielhaus, weil es einen Unterschied macht, ob man extra Schuhe angezogen und das Haus verlassen oder sich nur auf die Couch geworfen und die Fernbedienung gesucht hat.  Deshalb, meine Teuren, gehet ins Kino! Selbst wenn der Film doof ist (das Zweckdichterbalg wurde durch Eternals so schnell dem MCU entwöhnt, da ist Pflasterabreißen eine chinesische Wasserfolter dagegen), hat man immerhin was erlebt.

Ob man hingegen allein oder in Gesellschaft ins Kino geht, ist ziemlich wurscht. Es ist ja eh dunkel, und mit munterem Geplauder macht man sich keine neuen Freunde.

Noch ein Vorteil des Kinos: Selbst wenn du dir im Multiplex voll gönnst, ist es immer noch ein billiges Vergnügen im Vergleich zum Auswärtsessen. Wenn man zu zweit drei Speisen und zwei Getränke verzwickt, wie kommt dann eine Zeche von 50 Euro zustande? Ganz einfach: Das große Soda Zitron kostet 4,80. Ja, echt. Vier Euro, achtzig Cent. Für Wasser mit Zitronensaft. Wenn wir annehmen, dass das Wasser zehn Cent kostet (was hoch gegriffen ist) und eine Biozitrone einen Euro, und wenn wir noch 80 Cent Steuer weglassen, dann bleiben knapp drei Euro fürs Pressen, Servieren, Reibach machen. Daraus lernen wir dreierlei:

Erstens ist die Regel, dass man nicht mehr in Schilling umrechnen soll, eine sehr gute Regel, weil man sonst womöglich draufkäme, dass man für diesen Beitrag einst ein Mittagsmenü UND ein Bier bekommen hat, und so hat die Inflation in den letzten dreißig Jahren echt nicht reingehauen.

Zweitens lernen wir, dass Kochbücher eine hervorragende Investition sind, weil man das Buch praktisch nach dem ersten Abendessen schon herinnen hat.

Drittens lernen wir, dass schlimmer immer geht. Ich kenne ein Lokal, dort kostet nicht nur das Glas Leitungswasser einen Euro (selbst dann, wenn du noch andere Getränke konsumierst). Dort kostet auch der Extrateller einen Euro, wenn du dir mit deiner Begleitung etwas teilen willst.

Wie gesagt: Kauft Kochbücher und geht vom Ersparten ins Kino. Schönes Wochenende!

Freitag, 14. April 2023

Erinnerung

 

Nemo manet sua forma, keinem bleibt seine Gestalt, hat schon Ovid gewusst, wie ihr, o klassisch gebildete Lesehäschen, natürlich im kleinen Finger habt. Zumindest habt ihr damals ohne Zweifel euren Ransmayr gelesen. Wie ist Die letzte Welt eigentlich gealtert in den letzten 30 Jahren? Ist das immer noch gut? Euer Ergebener fragt deshalb, weil er vor einem Weilchen Eternal Sunshine of the Spotless Mind gesehen hat, ein 2004 hochgelobtes Wie-wirklich-ist-die-Wirklichkeit-Vehikel mit All-Star-Cast und einem Buch von Charlie Kaufman, einem der wenigen Drehbuchstars in der Geschichte des Films. Leider muss ich berichten, dass man sich das heute sparen kann. Was einst innovativ und überraschend war und uns einlud, die Liebe neu zu denken, ist heute ein langatmiges Machwerk, das nicht aufhören kann, seine eh nette Grundidee immer noch einmal am Publikum vorbeizutreiben.

Weil euer Ergebener Die letzte Welt in den späten 1980ern sehr geschätzt hat, hat er aber Hemmungen, nachzuschauen, ob sich das Buch ähnlich schlecht gehalten hat. Man darf ja durchaus auch nette Erinnerungen behalten, ohne immer wieder zu prüfen, ob sie eh noch stimmen. Wer „Was war da?“, den diesbezüglichen Artikel in der Zeit, noch nicht gelesen hat und die Bezahlschranke nicht scheut, schaue hinein. Auf das Gedächtnis ist offenbar noch weit weniger Verlass, als wir eh schon vermutet hatten. Vielleicht müssen wir die Aussagen von Sebastian „Ich habe dazu keine Wahrnehmung“ Kurz und Konsorten vor dem Ausschuss ganz neu bewerten.

Was hingegen ganz sicher so war, ist das mit dem Schifahren. Früher, so ungefähr bis in die 1990er, musste man in Österreich Schi fahren können. Also, man durfte natürlich auch andernfalls dableiben. Aber man wurde dann gefragt, wie es denn dazu gekommen sei, ob man es überhaupt schon einmal probiert habe, was man denn im Winter stattdessen mache und so weiter. Kurz: Nicht Schi zu fahren war damals so wie heute, wenn jemand nichts trinkt.

Beim Schifahren gab es im Gegensatz zum Trinken allerdings noch eine Zwischenstufe, das Langlaufen. Langlaufen war okay, so lange man es als Ergänzung zum Alpinen machte. Langlaufen allein war (zumindest unterhalb des Weltcupniveaus) so, als ließe man es am Freitagabend mit Clausthaler so richtig krachen.

Heute dagegen ist Schifahren knapp überm Golfspielen. Gibt noch Leute, die das machen, aber manche stehen ja auch auf Squash. Getrunken wird freilich immer noch. Wochenende!

 

Freitag, 26. Februar 2021

Alles offen

 

Man soll, o teure Lesehäschen, den Leuten gut zuhören, dann erfährt man etwas über sie. Weil es aber aufgrund seiner rhetorischen Inselbegabung sehr anstrengend ist, dem Herrn Bundeskanzler zuzuhören, kann man stattdessen „Zur Sache“ lesen, was, wie männiglich bekannt, der nagelneue offizielle Blog des ÖVP-Parlamentsklubs ist und nach Aussage seines Chefredakteurs zur Versachlichung der politischen Debatte beitragen soll. Der Herr Chefredakteur hat einstweilen nur einen einzigen Schackl unter sich, den 23-jährigen Peter Stöckl, der sich mit seinen „Erfahrungen aus (Vorzugsstimmen-)Wahlkämpfen, politischen Kampagnen und der jungen Volkspartei“ optimal für sachlichen Journalismus qualifiziert hat. Das beweist zum Beispiel sein Artikel um die Frage, wann die Wirten wieder aufsperren dürfen. Der Titel ist wundervoll, denn er lautet: Öffnung ist fix. Offen ist wann.

Die graziöse Doppelung von „Öffnung“ und „offen“ lässt eine freundliche Fata morgana vor uns erstehen von einem überschäumenden Krügel, an dem die Luftfeuchtigkeit gar verheißungsvoll kondensiert. Möglicherweise auch eine weniger freundliche, die sich von diesen Sätzen an das englische Sprichwort erinnert fühlt, dass Meinungen wie Arschlöcher sind: Jeder hat eins, weshalb zumindest die Körperöffnung fix ist, auch wenn die Öffnung der Gastronomie vorerst ebenso, nun ja, offen bleiben muss wie möglicherweise das einschlägige Organ bei ÖVP-Mitarbeitern, die sich gehalten sehen, die Diskussion zu versachlichen.

Wenn man wieder zu sich kommt und überlegt, was da eigentlich drinsteht, stellt man leider fest, dass nur eines fix ist, nämlich, dass noch nix fix ist. Möglicherweise handelt es sich auch um den Dialog zwischen übertrieben optimistischem Gastronomiefunktionär: „Öffnung ist fix!“, dem der Möchtegerngast freudig erwidert: „Offen ist wann?“, worauf der Funktionär keine Antwort weiß. (Am Tag nach der Veröffentlichung dürfte sich der Chef den Artikel angeschaut haben, weshalb die Headline nun anders lautet, was kein Wunder, aber doch bedauerlich ist.) 

Wer weiterliest, stellt fest: Wo Peter Stöckl hinschreibt, wächst kein Gras mehr. So weiß er zu berichten, warum es im Dezember gescheiter war, die Lokale geschlossen zu halten: „Damalige Berechnungen […] ergaben, dass sich privat weniger Menschen anstecken würden, als wenn man die Lokale geöffnet hätte.“ Anscheinend hat man nicht nur die Lokale, sondern auch die Privatwohnungen geschlossen, da im Hinblick auf beide der Konjunktiv zu stehen kommt. Pass auf, Peter, so wird ein Schuh draus: „… dass sich privat weniger Menschen ansteckten, als wenn man die Lokale geöffnet hätte.“ Gleich darauf zeigt Herr Stöckl, dass er den Finger am Puls der Zeit hat, denn er apportiert nicht etwa bloß „aktuelle Berechnungen“, nein, er hat „die aktuellsten Berechnungen“ parat. Das ist sogar dem Chefredakteur durchgerutscht, der noch nicht behirnt hat, dass, wenn gestern etwas aktuell war und heute etwas Neues dazukommt, das Aktuelle von gestern es heute nicht mehr ist, weshalb aktuell sich ebenso sinnvoll steigern lässt wie schwanger.

Aus dem letzten Absatz erfahren wir endlich, warum zwar die Öffnung fix ist, aber nichts, was dazu beitragen könnte: Schwierig machen die Berechnungen die derzeit wieder leicht steigenden Zahlen. Man muss nicht Mathematik studiert haben, um verständnisvoll zu nicken: Das Rechnen könnte so einfach sein, wenn die lästigen Zahlen nicht wären! Dass es auf die Entwicklungen der nächsten Tage an[kommt], wie Nachwuchshoffnung Stöckl abschließend bemerkt, wird ihm hoffentlich keine Scherereien mit Onkel Anschober eintragen, der ja alles gepachtet hat, was irgendwie darauf schließen lässt, dass „die nächsten /hier Zeitspanne eintragen/ entscheidend sein“ werden.

Also, ihr zwei von Zur Sache, viel Glück! Das hat ja super angefangen, wir schauen sicher wieder vorbei. Schönes Wochenende!

Freitag, 18. September 2020

Schwierige Biere


Dass früher, o vielgeliebte Lesehäschen, alles besser war, ist ja nichts Neues. Gerne sei wieder an jene frühere Kollegin erinnert, die einmal darauf hinwies, dass „gestern Sonntag“ war. Noch besser aber: Vorgestern war Samstag, und damit die ideale Gelegenheit, um sich ein lecker Bierchen zu gönnen. Einst war die präferierte Bierchensorte eine Frage des Geschmacks, und ob man sich die Zunge von einer ausbalancierten Komposition aus Malz- und Hopfennoten umschmeicheln ließ oder einfach ein Pils kippte, weil es eh schon wurscht war, blieb jedem selber überlassen.

Heute hat der belebende Trank seine Unschuld verloren – also nicht das Bier als solches, aber das eine oder andere, womit wir beim Problem sind. Euer Kolumnator outet sich nämlich hiermit als Freund des Mohrenbiers, weil es ihm gut schmeckt. Dass das Mohrenbier so heißt, wie es heißt, geht ja in Ordnung, denn warum hätte der Mohr keine Mohrenbrauerei gründen sollen! Schwierig wird es hingegen mit dem auf dem Etikett abgebildeten Kopf, der offensichtlich nicht jener des Herr Mohr, sondern eine unangenehm tendenziöse Darstellung ist. Weil das Auge, dieses unersättliche Organ (Doderer, schau oba!) nicht nur mitisst, sondern auch mittrinkt, begibt sich der sensible Konsument auf die Suche nach geeignetem Ersatz. Im gutsortierten Fachhandel wurden vier Sorten ohne rassistische Abbildungen empfohlen, die besagter Konsument schweren Herzens (weil das Mohrenbier wirklich sehr gut schmeckt) zwecks Verkostung heimwärts trug. Die Verkostung steht großteils noch aus, aber eine Sichtung der Etiketten lässt nichts Gutes vermuten.

Hadmar Bio-Bier ist, so verrät der Hersteller Weitra Bräu, nach Hadmar II. benannt, einem Adligen des 12. Jahrhunderts (oder des 12. Jh., oder des 12. Jh.s, nicht aber des 12. Jhs., weil nämlich Abkürzungen auf Wunsch gebeugt werden dürfen, wobei die Beugungsendung genau dann vor den Abkürzungspunkt kommt, wenn die Abkürzung mit demselben Buchstaben endet wie das abgekürzte Wort, sodass eine Enzyklopädie „24 Bde.“ haben kann, während Hadmar keine Persönlichkeit des „12. Jhs.“ gewesen ist – Bildungsauftrag erfüllt!).

Besagter Hadmar ist auch auf dem Etikett zu sehen und garantiert rassismusfrei dargestellt. Das ist auf den zweiten Blick auch kein Wunder, und auf den dritten Blick drängt sich die Frage auf, ob die Ablöse eines generischen Rassismusbildes durch eines, das einen privilegierten Hodenträger aus finsteren Zeiten verherrlicht, echt den Bierwechsel wert ist. Euer Ergebener tendiert dagegen, hat aber das fragliche Bier noch nicht verkostet.

Als nächstes Ersatzbräu wartet Augustiner Lagerbier hell, und hier genügt leider der erste Blick: Auf dem Etikett grinst ein korpulenter Ordensmann, der anscheinend aus lauter Schadenfreude ob der Greuel der Gegenreformation das eine oder andere Helle über den Durst gezwitschert hat. Danke, weiterbeten!

Wir kommen zum Obertrumer Zwickl, das nicht schlecht schmeckt, wenngleich es überreich mit Kohlensäure gesegnet ist. Das Etikett aber: Eine junge Frau im tief ausgeschnittenen Dirndl mit unnatürlicher Sisi-Taille, dargestellt in einem Stil, gegen den Michael Jeannée ein Meister der feinen Klinge ist, hat ihren Lebensinhalt anscheinend darin gefunden, anderen Leuten überschäumende Bierkrüge nachzutragen. Wie das gender- und rassismussensible Zweckdichterbalg feststellte: Da ist es dann auch schon wurscht, ob die Frauen oder die Leute of color beleidigt werden.

Es bleibt das Freistädter Ratsherrn Premium, das immerhin ganz ohne Bild auskommt. Aber seien wir ehrlich: Die Kombination aus Heißfolienprägung à la 2003 und angeberischem Alte-weiße-Männer-Titel ist dadurch auch nicht zu retten.  

Das traurige Fazit der Suche nach der unanstößigen, aber brauunionfernen (schließlich soll das Zeug ja auch getrunken werden!) Mohrenablöse lautet also: Es kann schon sein, dass Bier nicht deppert ist. Über das Gebinde ist damit aber leider noch nichts gesagt. Man bringe den Spritzwein!


Freitag, 4. September 2020

Rock on!

 

O Lesehäschen, gedenken wir Friedrich Hölderlins und seiner Worte: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Volkstümlich gesprochen: Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Zumindest, und das wird besonders Lese- und Nichtlesehäschen wie Erich Erna E. freuen, wenn man den Rock und Roll im Blut hat. Denn ganz offensichtlich hat Hölderlin, der alte Rock’n’Roller, an seine Lieblingsmucke gedacht, als er sein berühmtestes Gedicht schuf.

Der Rock steht ja dem Geschlechtsverkehr, so glaubt man, zwiespältig gegenüber. Einerseits haben wir Höhenkammvögler wie Herrn Presley, der wohl eher keinen Mangel an Geschlechtspartnerinnen litt. Ein Gleiches (Bonusgewinnspiel ohne Googlen: Mit welchen Worten beginnt das gleichnamige Gedicht von Goethe? Einziger Preis ist wie immer ein handwarmes Dosenbier.) gilt gewiss für Herrn Jovi und diverse andere Berühmtheiten. Wer den durchaus unterhaltsamen Film Rock Star gesehen hat, weiß: He’s a rock star now. The usual rules don’t apply, und damit sind ausdrücklich die Umgangsformen in gefestigten Zweierbeziehungen gemeint.

Auf der Rückseite der Münze stehen die Fans obgedachter Rocker, für alle Zeiten typisiert durch die Herren Beavis und Butt-Head eingeschworen auf Metallica (nämlich Beavis, das ist der Blonde, Bildungsauftrag erfüllt) respektive AC/DC (Butt-Head). Wie man an ihnen sieht, ist die passive Rock-Ausübung nicht annähernd so chickmagnetoid wie die aktive Spielart. Dachten wir bis jetzt, womit wir zur guten Nachricht kommen. Gebracht hat sie uns schon vor bald einem Dreivierteljahr, als noch kein Mensch gewusst hat, wofür MNS steht, Herr Dante Mantovani. Er ist Chef der brasilianischen Kulturstifung Funarte, und seine gute Nachricht lautet: Rockmusik führt zu Geschlechtsverkehr.

Darauf ein Bierchen, Herrschaften! Lassen wir es uns auf der Zunge zergehen: Rock’n’Roll führt zu Geschlechtsverkehr. Was Legionen von Fans in grobgemusterten Leggins und üppig benähten Jeanskutten kaum mehr zu hoffen wagten, ist damit kulturelle Gewissheit. Freilich hat Herr Mantovani sich nicht darüber ausgelassen, wie lang die Wartezeit eventuell werden kann. Und die Erforschung der rockbedingten Sexualität steckt zweifellos noch in den, nun ja, Kinderschuhen. Führt Led Zeppelin eher zum One-Night-Stand, Franz Ferdinand eher in den gemeinsamen Lebensabend? Mögen Maiden-Fans es härter als jene der Pixies oder auch von Motörhead? Oder eben nicht? Auch über die Qualität des Erlebten und ihre eventuelle Abhängigkeit von der bevorzugten Musikrichtung ist nichts gesagt.

Doch was kümmert’s uns! Corona-Ampel rauf oder runter, Hauptsache, das Rockersexlicht steht auf Grün. Schönes Wochenende!

Freitag, 18. Januar 2019

Auf, auf!

Besser spät als nie, heißt es, und in wie vielen Lebensbereichen ist das wahr! Deshalb herzlich willkommen im neuen Jahr, meine lieben Häschen. Euer Kolumnator liegt in Sack und Asche vor euch und bittet um Verzeihung. Habe ich euch doch letzte Woche ins Leere lesen lassen. Dafür gibt es beinahe keine Entschuldigung, bis auf die, dass ich wirklich viel um die Ohren hatte. Wer mehr darüber wissen will, kann einfach mal den Fernseher einschalten. Da werden Sie, wie fast immer, geholfen. Und nein, ins Dschungelcamp hat es euer Ergebener noch nicht geschafft, wenngleich die Chance natürlich weiterlebt. Man könnte nun glauben, das liege daran, dass man dafür ein ausgeschlafener Frühaufsteher sein müsste, wie er unserem Herrn Bundessebastian gut zur Nase steht. Sicher hätte er einst in der Royal Navy, als die Mannschaften noch in Hängematten schlafen mussten, einen guten Maat abgegeben: Here I come with a sharp knife and a clear conscience, lautete damals der Weckruf, und wer nicht hurtig aus der Hapfen hüpfte, der fand sich nach einem Schnitt durchs Halteseil unsanft auf den Boden befördert.

Tatsächlich muss man dem Mann recht geben. Wer wie der Zweckdichter des Talents zur Langschläferei ermangelt, der weiß, dass auch das frühe Aufstehen seine Vorteile hat, selbst wenn ein noch so saftiger Wurm keinen Gusto zu wecken vermag.

Es ist nämlich Zeit für das, was der Anglophone einen Reality Check nennt: Der geschieht dann, wenn dich die Realität von hinten anspringt und niederringt, weil die Realität nämlich im Football keine Gnade kennt. Wie männiglich bekannt, hat der Herr Bundeskanzler seiner Sorge Ausdruck verliehen, dass in zu vielen Wiener Familien nur die Schulkinder früh aufstehen. Vor dem inneren Auge ersteht das Bild geplagter Achtjähriger, die sich schnell eine ausgewogene Jause richten und vor dem Weggehen noch schauen, ob für die Eltern eh genügend Frühstücksbier eingekühlt ist. So etwas ist, sollte es tatsächlich vorkommen, natürlich sehr bedauerlich. Man fragt sich allerdings, wie der Herr Oberwastl seine ja noch nicht lang verstrichene  Teenagerzeit verbracht hat. Als Betroffener muss ich vermelden: Spätestens ab dem zwölften Lebensjahr ist es äußerst unwahrscheinlich, dass der heranwachsende Jungmensch ohne fremde Hilfe aufsteht, geschweige denn deshalb, weil er den unwiderstehlichen Zug zum Schultor verspürte. Hier ist vielmehr Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen seitens der Erziehungsberechtigten gefordert, um die Brut sanft, aber wirkungsvoll hin zur Bildungseinrichtung zu stupsen, denn bekanntlich stehen auf Schulschwänzen neuerdings Geldstrafen, und der höchst fiktive Mindestsicherungsbezieher würde sich ja ins eigene Frühstücksbierbudget schneiden, ließe er das einreißen.

Weil aber die real existierenden Mindestsicherungsbezieher in aller Regel keine Faulpelze mit braven Kindern sind, sondern mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben, die sich aber leider nicht zur Aktivierung niedriger Beweggründe in der eigenen Wählerschaft eignen, tut der Bastlwastl halt das, was er vom Koalitionspartner gelernt hat. Wenn dann lästige Zwischenrufe von wegen ÖVP und Christentum kommen, soll es Andreas Khol als Alibikatholik richten und muss sich in einem Standard-Kommentar mit der Beweisführung abmühen, dass es im Rahmen christlicher Nächstenliebe total okay sei, seinen Nebenmenschen ersaufen zu lassen.

So klärt sich, was das Gute am frühen Aufstehen ist: Man hat den Innenpolitikteil schon gegen 7.30 Uhr gelesen. Zum Gabelfrühstück so um halb zehn ist der Brechreiz dann verflogen, und man kann bei einem kleinen Gulasch und einem Reparaturseitl den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Mehr zum Thema Frühstück und ob man dabei eher etwas aufnimmt oder von sich gibt, bekommt ihr vielleicht ein andermal zu lesen. Mahlzeit!

Freitag, 29. Januar 2016

Nie mehr fortgehen


Gestern, meine teuren Lesehäschen, haben es Lara Croft und ich wieder nicht von dieser verfluchten Insel geschafft (kurze Offenlegung: Ja, euer Kolumnator ist gewaltverherrlichenden Computerspielen keineswegs abgeneigt. Ich habe an den bösen Wesen dieser und anderer Welten über die Jahre Hekatomben verübt – also, wenn das jeder wüsste, hätte ich im Zug immer ein Abteil für mich.) Denn mein geliebtes Weib ging gestern Abend entgegen früherer Pläne doch kein Bier trinken – das Treffen hatte sich kurzfristig abgesagt.

Damit sind wir beim Thema Steinzeit. Damals saßen alle im Dunkeln, kauten rohes Mammut und hatten Angst. Man traf sich nicht an der Flussgabelung auf einen Schluck schlechtgewordene Trauben oder so – wie hätte man sich das ausmachen sollen?

Irgendwann später wurde das Fortgehen erfunden. Man machte sich was aus, und dann gab man sich gemeinsam die Kante, oder zumindest den verstärkten Rand. Ich selbst habe einst einen Telefonanschluss bei der Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung beantragt, und schon knapp drei Jahre später ward mir der Bescheid, dieser könne nun hergestellt werden. Unnötig zu sagen, dass ich in der Zeit dazwischen meine Telefonate in der Telefonzelle erledigte. Praktischerweise wusste ich alle Telefonnummern meiner Freundinnen und Freunde auswendig, so wie heute mein Handy. Die Telefonzelle hatte allerdings den Nachteil, dass sie 100 Meter von meiner Wohnung entfernt lag, und anrufen konnte man dort, anders als in Hollywoodfilmen, nicht. Also, wenn ich mir etwas ausgemacht hatte, galt es dort auch aufzukreuzen. Ihr merkt schon, dass alles war kurz nach dem Krieg, so um 1992 herum.

Wie ihr wisst, wurde es dank cooler technischer Innovationen immer leichter, seine sozialen Kontakte am Brummen zu halten. Man konnte sich immer kurzfristiger was ausmachen (weil der Weg zur Telefonzelle entfiel). Freilich konnte man auch immer leichter absagen (wenn zum Beispiel das Sofa brannte). Mittlerweile, so mein altersbedingt kulturpessimistischer Eindruck, nähern wir uns dem Begegnungshorizont, jenem Punkt, wo man mit niemandem mehr auf ein Bier geht. Es ist einerseits so einfach geworden, jeden Eindruck instanter online mitzuteilen, dass die andern immer schon alles wissen, wenn man sich endlich mal sieht. Andererseits ist es ebenso einfach geworden, vereinbarte Treffen abzusagen (weil das Sofa brennt, weil was im Fernsehen ist, weil der Chat auf Facebook grade so spannend ist). So haben wir eine zwischenmenschliche Singularität geschaffen, an der die soziale Interaktion durch ihre völlige Verfügbarkeit abgelöst wird. Das ist wie mit Lachs, Schuhen oder Schokolade. Früher war Lachs rar, und jeder fand ihn toll. Es gab ihn ja auch nur zweimal im Jahr. Jetzt kriegt man Lachs an jeder Ecke nachgeschmissen, und die jungen Menschen entdecken ihre Liebe zum kale oder, wie man hieramts sagt, dem Kööch. Vier Paar Schuhe, die man abwechselnd trägt, halten so lange wie sieben Paar, die man nacheinander zuschanden tritt. Damals nach dem Krieg wären wir froh um ein Paar gewesen! Und wenn ich dir jeden Tag eine Tafel Schokolade kaufe, hast du nach zwei Wochen vierzehn Tafeln aufgefressen. Stelle ich dir aber ein ganzes Kilo hin, ist nach zwei Wochen noch die Hälfte übrig. So ist das.

Und jetzt ist es eben mit geselligen Alkoholmissbrauch so weit. Stell dir vor, du bist durstig, und keiner geht hin. Letzter Ausweg: Du findest noch eine Telefonzelle.