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Freitag, 5. Juli 2024

Physik


Schrödingers Katze ist euch, o naturwissenschaftlich ausgeschlafene Lesehäschen, natürlich bestens vertraut: Die Katze befindet sich in der Kiste und ist weder tot noch lebendig, bis man hineinschaut.

Verwandt sind ihr, wie uns ein Meme lehrt, Schrödingers Migranten, die uns Autochthonen die Jobs wegnehmen und dabei fett Sozialleistungen fürs Nichtstun kassieren. Dazu passen Schrödingers Kassenärzte, die euer Ergebener kürzlich entdeckt hat, nämlich in einem Falter-Artikel zur medizinischen Versorgung. Dort hieß es: „Ein Kassenarzt hat zehn bis 20 Patienten pro Stunde, ein Wahlarzt vier bis fünf.“

Man liest es und denkt sich: Jaja, die Kassenärzte müssen schon schauen, dass sie auf ihren Schnitt kommen, bei dem bisschen, dass die Kasse zahlt.

Naja. Mal abgesehen davon, dass dem Artikel zufolge Kassenärzte im Schnitt über 50 % mehr verdienen als Wahlärzte, sollten wir kurz in uns gehen und uns folgende Frage stellen:

Wann haben wir zuletzt das Wartezimmer eines Kassenarztes betreten, dort zehn (oder gar 20) bereits Wartende vorgefunden und uns gedacht: Super, in einer Stunde bin ich dran?

Das ist also Schrödingers Kassenarzt: Er fertigt Patienten im Fünfminutentakt ab, aber nur, solange man selbst nicht hingeht. Dann widmet er sich einem jeden Leidenden mindestens viermal so lang.

Ja, auch dem Zweckdichter ist klar, dass Kassenärzte ihre Patientenscharen nicht aus Geldgier rasch behandeln, sondern weil sie halt müssen. Und dass zu den mindestens zehn Patienten pro Stunde auch jene gehören, die sich von der Sprechstundenhilfe ein Rezept holen oder dieses per E-Mail anfordern und auf die Karte gebucht bekommen.

Damit kommen wir zu Schrödingers Gast. Mit ihm bekommst du es zu tun, wenn du den Fehler machst, in einem Lokal essen zu wollen, dessen Erzeugnisse sich besonders gut zum Mitnehmen eignen. Schrödingers Gast ist nicht zugegen, bis du hungrig wirst. Du betrittst die, sagen wir, Burritoschmiede und freust dich, dass nur zwei Esser in spe vor dir warten, dass ihnen köstliche Flade mit was drin werde.

Nach einer Weile kommst du aber ins Grübeln: Wie kann es sein, dass drei Burritofachkräfte ständig Burritos bauen, während die beiden Hungrigen vor dir immer noch warten? Das liegt an Schrödingers Gästen, die zu faul sind, um das Haus zu verlassen, und sich ihre Labung deshalb liefern lassen. Sie kommen alle vor dir dran. Denn du warst doof genug, extra herzukommen, während ihnen klar ist, dass Google-Rezensionen lieb sind, dass aber Bestellwillige wahrscheinlich gleich die Bewertungen auf Foodora oder was immer gerade der Lieferdienst du jour ist, checken. Das wissen auch die Lokalbetreiber, deshalb musst du warten. Der Lieferdienst, und damit kommen wir zum Schluss, wird jedenfalls einer sein, der eine Flotte von Elektromopeds betreibt, deren jedes die Aufschrift Ich bin ein Fahrrad trägt. Nein, bist du nicht. Sonst hättest du Pedale. Du bist so sehr ein Fahrrad, wie dünne Zucchinistreifen Nudeln sind. Schönes Wochenende!

Freitag, 10. Mai 2024

Nachverurteilt

 

In den eher besonnenen, vielleicht sogar ein bisschen linken Medien fragen sich die Bedenkenträger in diesen Tagen, wie es denn sein kann, dass Leute, die sie einst für vernünftig, eher besonnen, vielleicht sogar ein bisschen links hielten, mittlerweile mit der AfD liebäugeln, Kickl gar nicht so übel finden oder die Proteste jener Ivy-League-Studenten nachvollziehen können, die Israel gern ausgelöscht sähen.

Euer Zweckdichter, o gewiss immer noch besonnene Lesehäschen, weiß es auch nicht. Er hat aber eine Vermutung, die ihm selbst sehr unangenehm ist.

Denn wenn man sich bemüht, ein ordentlicher Mensch zu sein und seinem Nebenmenschen mit Respekt zu begegnen, solange dieser jenen nicht verwirkt hat, dann fühlt man sich ja auch ein bisschen gut dabei. Weil man sich zu Zeiten, wo es vielleicht nicht so rund läuft, zumindest an der moralischen Gewissheit wärmen kann, dass man selber kein so übler Bursche ist. Deshalb ist es umso ärgerlicher, wenn man feststellen muss, dass ein Vorurteil, dass man stets aktiv gemieden hat, sich infolge gemachter Erfahrungen in ein gleichlautendes, nun aber unvermeidliches Urteil verwandelt hat.

Euer Ergebener zum Beispiel war allzeit bemüht, gegenüber, sagen wir, gescheckten Eseln ebenso vorurteilslos zu handeln wie gegenüber einfärbigen, ja sogar gegenüber Pferden. Als deshalb im Stall des Zweckdichters eine Box freiwurde und zwei gescheckte Esel zu verstehen gaben, dass sie gern einziehen würden, war der Zweckdichter dazu gern bereit. Denn nur weil Kickl und seine Haberer immer erklären, dass gescheckte Esel bissig seien und viel Schmutz machten, muss das ja nicht stimmen.

Alsbald machten die Esel es sich bequem und erwiesen sich im Großen und Ganzen als brauchbare Stallbewohner, Kickl zum Trotz. Sie zahlten pünktlich die Stallmiete und ließen ansonsten wenig von sich hören. Nach einigen Jahren endete ihr Mietvertrag. Da sprachen die Esel: „Die Zeiten sind schlecht, wir müssen uns einen billigeren Stall suchen.“ Worauf der Zweckdichter erwiderte: „So will ich euch diesen Stall zu einem günstigeren Preis überlassen.“ Dies teils aus Nettigkeit, teils, weil er keine Lust hatte, den Stall zu renovieren.

Worauf die Esel blieben.

Nach überraschend kurzer Zeit aber zogen sie trotzdem aus und ließen sich noch bestätigen, dass sie die (allerdings mittlerweile unüblich geringe) Stallmiete stets bezahlt hatten. Bei näherer Betrachtung musste euer Ergebener nun feststellen, dass sie nicht so gehaust hatten wie erhofft: Die Futterraufe war zerbrochen, an unvermuteten Stellen fand sich Eselmist, und überhaupt war der Stall in einem traurigen Zustand. Als er deshalb das hinterlegte Geld der Esel behalten wollte, um seinen Aufwand zu decken, begannen diese zu streiten.

Inzwischen besitzt euer Zweckdichter anstatt eines Vorurteils gegenüber gescheckten Eseln ein Urteil über einige solche. Und leider werden deshalb in diesen Stall keine mehr einziehen. Freilich hat Kickl dadurch keine Stimme gewonnen. Aber gegenüber den wahrscheinlich doch existierenden wohlerzogenen gescheckten Eseln ist das unfair. Die wahre moralische Frage ist freilich: von wem? Schönes Wochenende!

Freitag, 22. März 2024

Untertänig

 

Wir haben es hieramts ja schon hin und wieder gesagt, o devote Lesehäschen: So richtig Staatsbürger ist man erst, wenn man hin und wieder spürt, wer hier die Obrigkeit und wer die Untrigkeit ist. Früher genügte dafür das Bedürfnis nach einem neuen Pass, schon wurde man mit etwas Glück stundenlang von gelangweilten Pragmatisierten (Internet gab es damals ja noch nicht) getögelt.

Heute ist der Amtsschimmel nicht mehr ganz so leicht zu finden, aber ich kann euch beruhigen: Er lebt noch. Wer sich davon überzeugen will, hat am besten noch keinen Führerschein. Um nämlich zur Fahrprüfung antreten zu dürfen, muss man ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen, das einem jeder praktische Arzt ausstellt. Man gibt es bei der Fahrschule ab und basta.

Natürlich gilt das nur, wenn bei der Untersuchung nichts Bedenkliches herauskommt, wie zum Beispiel, dass dein Hör- oder Sehvermögen kaum vorhanden ist, dass du gewohnheitsmäßig lustige Drogen einwirfst (hier ist wieder einmal Zeit, an den schönen Reim zu erinnern: LSD und andere Drogen / wirken stark halluzinogen.) oder aber: dass du in letzter Zeit beim Neurologen warst und dort etwas verschrieben bekommen hast. In diesem Fall schickt dich der Arzt heim und leitet die Chose an die Behörde weiter. Von jener erhältst du nach ungefähr einem Monat (wer braucht heutzutage schon einen Führerschein) eine Ladung zum Amtsarzt. Dort trittst du ein, grüßt schön und legst deinen Patientenbrief vom Neurologen vor.

Die Amtsärztin erklärt dir, dass das ein schöner Patientenbrief sei, aber leider nicht ausreichend. Der Neurologe muss ausdrücklich bestätigen, dass nichts gegen das Lenken eines Kraftfahrzeugs spricht. Besorge dir das schriftlich, bring es vorbei und basta.

Gesagt, getan. Der Arzt schreibt dir den Zettel gerne, du gehst wieder zum Verkehrsamt und gibst den Zettel ab. Heute ist allerdings nicht die Amtsärztin von gestern da, sondern ein anderer. Er wirkt so, als finde er den Weg zur Hausapotheke auch im Dunkeln ohne Tasten und als würde es ihm guttun, dort bald einmal eine Leckerei zu holen. Kurz: Er scheint qualifiziert. Dieser erklärt dir, dass auf dem Zettel viel mehr stehen müsse, dass so ein Befund „oft mehrere Seiten“ lang sei (wow! Was es alles gibt!) und dass du ja eine Zuweisung mit einschlägigen Details mitbekommen habest.

Du verneinst dies, worauf er erwidert: „Ich gebe Ihnen eine Zuweisung mit.“ Du fragst dich, warum man sich eigentlich ein Medizinstudium antut, wenn man dann in einem hässlichen Kämmerlein im Verkehrsamt endet. Dann fällt dir aber ein, was der Neurologe über Amtsärzte gesagt hat, und du kennst die Antwort. Du wendest dich erneut an deinen Arzt, der dir alsbald einen Befund schreibt, der sich gewaschen hat.

Was dann geschieht? Die Zukunft wird es weisen.

Schönes Wochenende!

Freitag, 8. März 2024

Wie man ankommt

 

Wir müssen, o reisefreudige Lesehäschen, über die ÖBB reden. Das ist immer noch besser als über die Deutsche Bahn zu reden, die kürzlich dafür gesorgt hat, dass die bessere Zweckdichterhälfte zuerst auf dem Weg nach Augsburg in Salzburg hängen blieb, weil die DB pünktlich war, und dann auf dem von Augsburg in Salzburg hängen blieb, weil die DB Verspätung hatte. 

Nein, heute geht es um die Durchsagen. Wir hatten gerade erst die Seltsamkeit, dass ein Typ „dich ghosted“ (jetzt oder früher?). Die ÖBB ghostet einen auch manchmal, und zwar in den letzten Monaten mit beunruhigender Häufigkeit schon am Startbahnhof oder kurz danach. Wie man hört, liegt das daran, dass die ÖBB ihrerseits von Siemens oder irgendwem geghostet wird, wenn die ÖBB anklopfen und sagen, dass sie dann gern mal das bestellte Wagenmaterial hätten. Wie auch immer: Ums Ghosten geht es heute nicht, sondern ums Ankommen, wenn es denn endlich der Fall ist. Darüber wird man auf Englisch informiert: „We will shortly arrive Wels“ (zum Beispiel).

Und ich frage: Warum zum Geier? Man arrivet vielleicht home. Aber man arrivet IN Wels. Oder von mir aus auch AT Wels. Aber man arrivet nicht einfach Wels. Man wohnt ja schließlich auch home, aber man wohnt nicht Wien, sondern in Wien. Sollte echt nicht so schwer sein.

Wenn die ÖBB das hinkriegen, muss nur noch das mit dem WLAN ein bisschen besser funktionieren, und es ist alles gucci. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben, das sieht man an Jasper Fforde, der nach zwölf Jahren nun doch noch die Fortsetzung des sehr lustigen Shades of Grey (nein, das andere) geliefert hat.

Möglicherweise ist es aber von langer Hand geplant, dass wir „Wels arriven“ und nicht in Wels, weil ja alle jünger werden müssen. Also nicht die Leute (wie sollte das auch gehen), sondern die Unternehmen, wobei „jünger werden“ nur bedeutet, dass man jüngere Kunden gewinnen will, weil die länger solche bleiben, ehe sie das Zeitliche segnen und damit aus dem Kundenkreis, nun ja, hinauswachsen.

Vielleicht arriven wir also deshalb Wels, weil „die Jugend“ ja auch „Billa geht“ und nicht „zum Billa“.

Wahrscheinlich ist aber die Wahrheit, wie so oft, deutlich langweiliger, und es hat sich nur irgendwer akustisch aufs Glatteis führen lassen. Auf Deutsch kommen nämlich Züge der ÖBB nirgends an. Sie „erreichen“ Wels, was zugegebenermaßen vage an „arriven“ erinnert. Damit haben wir endlich den Salat und auch den Beweis, dass Stermann und Grissemann mit ihrer Behauptung, Englisch sei Deutsch, vollrohr richtig lagen. Schönes Wochenende!

Freitag, 6. Oktober 2023

Der Geschirrspüler des Teufels

 

Diese Woche, o vielgeliebte Lesehäschen, haben wir kein Thema. Es ist alles gesagt. Wir wissen, was los ist und wir ahnen, dass es mühsamer wird.

Nämlich auch sprachlich. In einem jener gefährlichen Foren, in denen Leute Fragen zu Formulierungen stellen, wollte heute jemand wissen, ob das ist bedrohlich und das ist bedrohend „gleichwertig“ seien und ob man Letzteres also sagen könne.

Die Antwort kann natürlich nur lauten: Klar kann man das sagen. Man kann auch grzwlfzw fickfrosch autolesend blkjs sagen. Ob man das sagen sollte, ist aber eine ganz andere Frage. Euer Ergebener tendiert zu „eher nein“. Ebensogut könnte man fragen, ob Spritzwein und Eigenurin gleichwertig sind. Die beiden sind nur einen Nierendurchgang voneinander entfernt, also was soll’s?

Jetzt ohne Blödelei: Warum zum Geier sollte man das Partizip „bedrohend“ verwenden, wenn es ein wunderbares Adjektiv gibt, das genau das bedeutet, was man sagen will? Ich kann ja noch verstehen, dass sich einer mit dem Partizip behilft, wenn ein exakt gleichbedeutendes Adjektiv fehlt, wie es etwa bei wohlwollend oder funkelnd der Fall ist. Aber das ist bedrohend wirkt so, als wollte jemand dem Deutschen eine ing-Form aufpropfen. Macht einen so schlanken Fuß wie ein dritter Arm, wenn ihr mich fragt.

Und sonst so? Willhaben ist, was es immer war, nämlich wie die Pralinenschachtel von Forrest Gump: Man weiß nie, was man kriegt, besser gesagt: wen man kriegt. Zum Beispiel hatte der Zweckdichter einen mäßig ramponierten, aber funktionsfähigen Geschirrspüler für sehr wenig Geld loszuschlagen. Im Laufe von fast drei Wochen versicherten acht verschiedene Personen bei elf verschiedenen Gelegenheiten, sie würden das Ding „übermorgen“ holen. Sie alle logen, drei davon sogar zweimal. Euer Ergebener fühlte sich so wie der Held in Robert Louis Stevensons Geschichte The Bottle Imp: Einst kam eine Flasche auf die Erde mit einem Dämon darin. Du kannst die Flasche kaufen, und der Dämon erfüllt dir jeden Wunsch, so lange du sie besitzt. So weit, so lässig, nur: Wenn du als Flaschenbesitzer stirbst, gehört deine Seele dem Teufel. Will man nicht, deshalb sieht man nach Erfüllung der gröberen Wünsche zu, dass man die Flasche wieder loswird. Das Problem ist: Man kann die Flasche nicht wegwerfen oder verschenken, sondern nur verkaufen, und zwar mit Verlust, also für weniger, als man selbst dafür bezahlt hat. Da es die Flasche schon ziemlich lange gibt und sie durch viele Hände gegangen ist, liegt der Preis zu Beginn der Geschichte in Regionen, wo man schon ins Grübeln kommt.

Ziemlich genauso war es auch mit dem Geschirrspüler, nur mit dem Unterschied, dass kein Dämon darin wohnte, sondern dass er offensichtlich schlicht verflucht war. Wünsche erfüllte er nämlich keine. Erst im zwölften Versuch holte ihn eine gemütliche Dame tatsächlich. Ich wünsche ihr ein langes, erfülltes Leben. Ebenso den Herrschaften, die beim ersten vereinbarten Termin pünktlich aufgetaucht sind, um eine Bettstatt zu kaufen, und das ohne Preisnachverhandlung.

Schönes Wochenende!


Freitag, 15. September 2023

Sauhaufen

 

Es ist, o überaus reinliche Lesehäschen, an der Zeit, über Sauberkeit zu sprechen. Gerne teilt euer Ergebener seine jüngsten einschlägigen Erfahrungen. Eine Wohnung zu reinigen, die man nicht selbst bewohnt hat, ist ja ein bisschen so, wie wenn sich Spinnen paaren: lehrreich und interessant, aber halt auch widerlich. Sei es, dass dem ein Trauerfall voranging, sei es, dass eine Mietwohnung zurückgegeben wurde, wie dies dem Zweckdichter widerfahren ist. Besonders in letzterem Fall hofft man natürlich, dass die Dahingehenden in Sachen Sauberkeit ähnlich gestrickt sind wie man selber, also ungefähr zwischen 60 und 70 Prozent auf der Skala zwischen „unverheiratete Orks lassen mal fünfe gerade sein“ und „Gexi Tostmann macht sauber, weil Lotte Tobisch zu Besuch kommt“.

Leider ist dies erstaunlich selten der Fall, was vor allem bedeutet, dass die besagten 60–70 Prozent nicht so objektiv festzumachen sind, wie man sich vielleicht einredet.

Wenn die Mietexen aber schon sehr deutlich Richtung orkisches Jungvolk gedriftet sind, also den Übergang von der Sauberkeit zur Saubär-keit (haha) gänzlich vollzogen haben, muss man sich darauf einstellen, eine solche Wohnung „besenrein“ zurückzubekommen. „Besenrein“ ist eine Umschreibung dafür, dass kein Müll herumliegt. Anderslautenden Gerüchten zum Trotz ist es nicht die gesetzliche Mindestanforderung. Diese ist „so, wie man die Wohnung übergeben hat, abzüglich Verwohnung“. Wenn die Wohnung also bei Anmietung in einem Zustand war, dass der morgendliche Sockentest (alle an die Wand schmeißen und die anziehen, die nicht klebenbleiben) versagt, weil alle klebenbleiben, dann hat man es sich selbst zuzuschreiben, wenn das auch bei der Rückgabe der Fall ist. War sie aber sauber, kann man streiten.

Was tut man nun mit einer besenreinen Wohnung? Bis vor Kurzem hätte der Zweckdichter gesagt: „Bei BIPA oder dm aufmunitionieren und losfeudeln“ (Feudel, der: sehr bundesdeutsch für „Putzfetzen“. Bildungsauftrag erfüllt) und sich in guten Tipps über die Reinigungspower von Rasiercreme verloren.

Heute aber habe ich euch eine frohe Botschaft zu verkünden: Es gibt eine Sauberkeit und Action ist ihr Prophet!

Action? Action ist die Diskonterkette, die Tedi Konkurrenz macht, mit dem Unterschied, dass es bei Action mehr brauchbares Zeug gibt, teils sogar von Marken, deren Namen man schon einmal gehört hat. Und Gartenzwerge natürlich, was wäre Action ohne Gartenzwerge. Unser heutiges Thema ist die Putzmittelmarke „Blue Wonder“, die ein seltenes Beispiel für etwas bietet, das tatsächlich so funktioniert wie in einem Fernsehspot der 1980er. Wenn in der Orkhöhle zum Beispiel alle Oberflächen mit einem zarten bräunlichen Schleier überzogen sind, wobei nur das Badezimmer insofern etwas Abwechslung reinbringt, als in dem Schleier stellenweise Härchen kleben, bei denen man lieber nicht darüber spekuliert, aus welchem Follikel sie einst gesprossen sind, dann verzagt nicht, o meine Teuren! Vielmehr sprüht ihr Blue Wonder Super Fettlöser auf die befallenen Stellen und dann rinnt der Schlatz tatsächlich ohne weiteres Zutun herunter. Drüberwischen und weiter geht’s. Denn freilich: Dreck gibt es noch genug. Das ist bei Orks leider so.

Zwei gute Nachrichten zum Schluss: Erstens war euer Ergebener kürzlich bei der Physiotante seines Vertrauens, die ihn bestens behandelt hat. Bezüglich seines Oberarms meinte sie: „Aber Sie trainieren ja.“ Worauf die Antwort nur lauten konnte: „Nein, aber ich putze viel.“ Wenigstens das schaut also dabei heraus.

Zweitens sind von den Exmietern mit Sicherheit keine religiös motivierten Anschläge zu befürchten. Denn bekanntlich kommt die Frömmigkeit gleich nach der Sauberkeit.

Schönes Wochenende!

Freitag, 25. August 2023

Rechtsdrehend

 

Dies, o mit Recht enttäuschte Lesehäschen, ist nicht die Zukunft, die uns einst verheißen wurde. Dass nach Waldsterben und Ozonloch noch viel Schlimmeres gefolgt ist, nicht zuletzt dank einer Lobby, die aus ideologischen Gründen alles dafür getan hat, den Karren gegen die Wand zu fahren (wer ein mieses Wochenende haben will, lese Merchants of Doubt), wissen mittlerweile sogar manche FPÖ-Wähler. Dass es mit den fliegenden Autos und der Kolonie auf dem Mond mau aussieht, wissen alle außer Elon. Dass wir Erfahrungspunkte farmen sollten, um rechtzeitig geile Installateursskills zu erwerben, sodass wir im Bedarfsfall die Reparatur der Wärmepumpe selber craften können, weil wir sonst erfrieren oder beim Kaltduschen einen Herzkasper erleiden, ehe der einzige Fachkundige im Umkreis von 100 Kilometern Zeit für uns hat, ist uns schmerzlich bewusst.

Wie schlimm es aber selbst um Servicebranchen steht, in denen man nicht einmal wissen muss, wie ein 17er-Gabelschlüssel aussieht, geschweige denn, wie man ihn hält, daran müssen wir uns erst gewöhnen. Eventuell auch nicht, wenn die KI endlich einmal anfängt zu liefern, aber auch da sieht es bisher ja eher müde aus, weil, haha, die KI wieder dümmer wird, da ihr Trainingsstoff zunehmend ebenfalls KI-erzeugt ist, sodass die künstliche Doofheit sich potenziert, dass man dabei zuschauen kann.

Zum Beispiel hätte man gerne ordentliches Internet fernab der nächsten Ampel. Was man hat, ist Festnetz-Internet. Man hat sich dafür entschieden, weil „Festnetz“ so solide klingt. Tatsächlich ist das Kabel vielleicht fest, die Verbindung deshalb aber noch lange nicht. Der Kundendienst kann wenig ausrichten, weil sein Vorvorgänger einst vergessen hat, aufzuschreiben, wo das Kabel sich befindet. Ja, im Ernst: Es gibt einen Kasten an der Straße, dann folgen 50 Meter Rätsel, und schließlich ist in der Mauer eine Dose mit wieder einem Kabel drin. Was dazwischen geschicht, weiß niemand.

Man hätte gern das örtliche Drahtlos-Internetz, das über eine Richtfunk-Verbindung hergestellt wird. Das geht leider nicht, weil man zu nahe am Berg ist, der die Richtfunkstation verdeckt. Also nimmt man halt LTE. Hier verbringt man einige lustige Stunden mit dem Setup, weil der Router (von einem deutschen Markenhersteller) nicht nur den Anbieter nicht kennt (der ja auch erst seit 2005 im Geschäft ist), sondern weil auch nirgends in der Anleitung steht, dass man diesfalls Roaming freischalten muss.

Dann hat man endlich eine Verbindung, die aber nur ein Zehntel der verheißenen Bandbreite liefert. Eine SIM-Karte eines anderen Anbieters kommt im selben Netz auf das Zwanzigfache.

Der Kundendienst meint, man könnte schon ein „Technik-Ticket“ eröffnen. Aber man solle doch lieber die SIM-Karte einschicken, zwecks Prüfung. Möglicherweise bekomme man dann „auf Kulanz“ eine neue. Liebes Yesss: Wenn ihr mir eine defekte SIM-Karte verkauft, ich die die dann einschicke und ihr mir dafür eine funktionsfähige liefert, hat das mit Kulanz nichts zu tun.

Also tritt man vom Vertrag zurück und schaut sich anderweitig um. Währenddessen hat der Rasenmäher Rhythmusstörungen, weil das Messer lose sitzt. Man will dieses demontieren, doch dreht sich die Welle mit. Man ruft den Rasenmähermann an. „Ich bin ziemlich sicher, das ist ein Linksgewinde.“

Erstens: Wenn sich die Welle mitdreht, ist es egal, ob links oder rechts.

Zweitens: Es ist ein Rechtsgewinde. Noch nie war der Satz „Was man nicht selber macht, ist nicht gemacht“ so wahr wie heute.

Schönes Wochenende!

Freitag, 19. Mai 2023

KD

Oft, o sprachgewandte Lesehäschen, spricht man ja davon, wie die Zeit so ist, die man gerade durchlebt – dass sie friedlich ist oder schnelllebig, besinnlich oder – hoffentlich nicht – interessant.

Eurem Ergebenen aber scheint, dass das an der Sache vorbeigeht. Weil die Zeit nämlich immer mehrere Dinge ist. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass einerseits alle besorgt sind, ob ihren Job nicht bald die KI übernimmt, weil die digitale Intelligenz sich in schwindelerregendem Tempo weiterentwickelt, wobei vor allem eines immer deutlicher wird: dass wir immer noch eine sehr undeutliche Vorstellung davon haben, was Intelligenz eigentlich sei.

Andererseits persistiert die künstliche Doofheit mit einer Hartnäckigkeit, die angesichts der Fortschritte von ChatGPT (kann zwar noch nicht Matura, aber immerhin Hausaufgaben) tief enttäuscht.

Denn die größte Gefahr droht uns nicht etwa von der Teuerung, vom Krieg oder von der Klimakrise. Sie alle kennen Alternativen: Man kann Kartoffeln anbauen, desertieren oder sich ganz schlicht für den Klimaschutz engagieren.

Die größte Gefahr ist offensichtlich die unsichere Website.

Wenn man einen webfähigen DVD-Player einer namhaften Marke sein Eigen nennt und diesen verwenden will, um via Internet einen Film zu streamen, den die zu Unrecht namhaften Plattformen nicht bieten, was einen darüber grübeln lässt, warum man eigentlich für ein digitales Angebot zahlt, das gegen das DVD-Regal in einer mittleren Filiale der Wiener Städtischen Büchereien aber sowas von abstinkt – dann läuft das so:

Frisch ans Werk, DVD-Player eingeschaltet, Bootsequenz auf dem Niveau eines 386er-Rechners mit Windows 3.11 abgewartet, Browser gestartet, einschlägige Seite angesurft. Euer Ergebener nutzt davon zwei Stück. Die eine hat einen „Weiter“-Button vorgeschaltet, der klickbar ist, sogar im Elendsbrowser meines Android-Beamers. Nicht aber im Panasonic-Browser.

Die andere lässt sich nicht öffnen, denn es handle sich, so der Browser, um eine „unsichere Website“.

No shit, Sherlock.

Das war es dann auch schon. Die „unsichere Website“ ist derart gefährlich, dass es die Entwickler für klüger gehalten haben, dir auf deinem eigenen Gerät in deinem eigenen Wohnzimmer die Möglichkeit zu ihrem Besuch zu versagen. Es könnte sonst werweißwas passieren.

Das findet euer Ergebener zutiefst unbefriedigend: einerseits davor zittern (oder darauf hoffen? Gibt es auch positive Szenarien?) zu müssen, dass die KI den eigenen Job übernimmt, und sich andererseits die Zeit bis dahin nicht einmal mit Bingewatching vertreiben zu können, weil die Urururururururururoma der KI sagt: „Bub, da musst du aufpassen.“ Man sitzt derzeit äratechnisch zwischen den Stühlen. Dann doch lieber gleich Singularität. Schönes Wochenende!


 

Freitag, 12. Mai 2023

Abendgestaltung

 

Als das Wünschen noch geholfen hat, o erinnerungsstarke Lesehäschen, war im Kino regelmäßig ein Spot zu sehen, der die Vorzüge dieses Mediums gegenüber dem Fernsehen hervorzuheben hatte. Man sah zuerst ein Fernsehbild in Originalgröße und dann im Vergleich dazu das Kinobild. Gleich wusste man Bescheid und investierte umso lieber wieder 50 Schilling in eine Kinokarte (im Admiralkino, die großen waren auch damals schon teurer), anstatt auf einen Fernseher zu sparen.

Heute ist das leider etwas schwieriger, wenn man eine Beamerleinwand daheim hat und hinreichend skrupellos ist, sich vom betrüblichen Angebot legaler Streaminganbieter der Piraterie in die Arme treiben zu lassen. Warum sollte man da nochmal gleich ins Kino gehen?

Antwort: Weil es halt doch nicht dasselbe ist. Man muss nicht so weit gehen, sich Eraserhead reinzupfeifen, über den im Falter einst ungefähr zu lesen war, es werde einem entrisch, wenn man sich klarmache, dass man mit lauter Wildfremden in einem dunklen Raum sitze, die alle Geld dafür bezahlt hätten, diesen Film zu sehen.

Dazu ist anmerken, dass Eraserhead großartig ist. Wer danach mehr Jack Nance sehen will, für den gibt es Twin Peaks, das natürlich ebenfalls großartig und viel, viel lustiger ist, als man es in Erinnerung hatte, besonders die erste Staffel.

Aber wir waren ja beim Kino. Selbst das bestausgestattete Heimkino ersetzt nicht das Lichtspielhaus, weil es einen Unterschied macht, ob man extra Schuhe angezogen und das Haus verlassen oder sich nur auf die Couch geworfen und die Fernbedienung gesucht hat.  Deshalb, meine Teuren, gehet ins Kino! Selbst wenn der Film doof ist (das Zweckdichterbalg wurde durch Eternals so schnell dem MCU entwöhnt, da ist Pflasterabreißen eine chinesische Wasserfolter dagegen), hat man immerhin was erlebt.

Ob man hingegen allein oder in Gesellschaft ins Kino geht, ist ziemlich wurscht. Es ist ja eh dunkel, und mit munterem Geplauder macht man sich keine neuen Freunde.

Noch ein Vorteil des Kinos: Selbst wenn du dir im Multiplex voll gönnst, ist es immer noch ein billiges Vergnügen im Vergleich zum Auswärtsessen. Wenn man zu zweit drei Speisen und zwei Getränke verzwickt, wie kommt dann eine Zeche von 50 Euro zustande? Ganz einfach: Das große Soda Zitron kostet 4,80. Ja, echt. Vier Euro, achtzig Cent. Für Wasser mit Zitronensaft. Wenn wir annehmen, dass das Wasser zehn Cent kostet (was hoch gegriffen ist) und eine Biozitrone einen Euro, und wenn wir noch 80 Cent Steuer weglassen, dann bleiben knapp drei Euro fürs Pressen, Servieren, Reibach machen. Daraus lernen wir dreierlei:

Erstens ist die Regel, dass man nicht mehr in Schilling umrechnen soll, eine sehr gute Regel, weil man sonst womöglich draufkäme, dass man für diesen Beitrag einst ein Mittagsmenü UND ein Bier bekommen hat, und so hat die Inflation in den letzten dreißig Jahren echt nicht reingehauen.

Zweitens lernen wir, dass Kochbücher eine hervorragende Investition sind, weil man das Buch praktisch nach dem ersten Abendessen schon herinnen hat.

Drittens lernen wir, dass schlimmer immer geht. Ich kenne ein Lokal, dort kostet nicht nur das Glas Leitungswasser einen Euro (selbst dann, wenn du noch andere Getränke konsumierst). Dort kostet auch der Extrateller einen Euro, wenn du dir mit deiner Begleitung etwas teilen willst.

Wie gesagt: Kauft Kochbücher und geht vom Ersparten ins Kino. Schönes Wochenende!

Freitag, 21. April 2023

Qual

Ich weiß, es ist noch eine Weile hin. Aber wie haltet ihr es eigentlich mit dem Wählen, o mitbestimmungsbeflissene Lesehäschen? Es ist ja derzeit nicht ganz einfach. Einerseits weiß man: Wählen gehört sich, denn dafür haben unsere Vorväter bekanntlich ihr Blut gegeben, damals, am 12. Februar oder so.

Andererseits dürfen erstens auch Leute wählen, deren Vorväter am 12. Februar gerade was anderes zu tun hatten (Kühe melken zum Beispiel) oder vom Wahlrecht generell nicht so überzeugt waren. Und zweitens, da packen wir jetzt ein bestenfalls lauwarmes Eisen ungescheut an, wen wählen?

Unsereiner schaut sich die Grünen an, die Roten, die Blauen, die Schwarzen (oder sind die noch türkis?) und die Pinken und denkt sich: Das Wahllokal ist zwar keine fünf Minuten zu Fuß entfernt, aber eigentlich ist es fast schade um die Zeit.

Die Grünen: waren zehn Jahre in der Wiener Stadtregierung, und wohin man blickt, wurde anscheinend alles getan, damit die Stadt möglichst rasch eine möglichst hohe Kuscheltemperatur erreiche. Ob man sich die die Asphalt- und Pflasterwüsten auf dem Gelände des ehemaligen Südbahnhofs anschaut oder die Kiesflächen im Schwarzenbergpark, wo vor wenigen Jahren noch uralte Baumriesen standen: Chlorophyll scheint mit „grün“ nicht gemeint zu sein.

Die Blauen: Scherz, oder?

Die Schwarzen/Türkisen: Wie die Blauen, nur schwächer.

Die Pinken: einige ungeheuer kompetente und engagierte Persönlichkeiten, aber die Themen sind wahrscheinlich nicht die dringendsten.

Die Roten könnte man schon ankreuzeln. Man hätte aber dabei ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil man sich vorkäme, als störe man sie bei etwas Wichtigem.

Tja, und damit sind wir auch schon durch. Klar gibt es noch Nischenangebote, aber ist es wirklich wahr, dass einem urbanen Zweckdichter mittleren Einkommens und Alters keine der herkömmlichen Parteien ein halbwegs überzeugendes Angebot macht?

Yep, ist es.

Man könnte fast neidisch werden, wenn man an die Trumpisten und ihren Sturm auf das Kapitol denkt. Da waren vor gut zwei Jahren Leute allen Ernstes bereit, gewählten Volksvertretern werweißwas anzutun, weil sie ihren eigenen Vertreter für noch wesentlich gewählter erachteten. Das ist Hingabe, Herrschaften! Diese Menschen haben lange Wege und hohe Risken auf sich genommen, um nach ihrer Fasson die Demokratie zu retten. Dass der Demokratie nach unserem Verständnis damit nicht gedient war, steht auf einem anderen Blatt. Aber sie hatten immerhin eine politische Heimat und etwas, wofür sie den Arsch hochkriegten.

Unsereiner wählt eventuell ungültig, was soviel heißt wie: „Das Wahlrecht ist etwas Gutes, und hoffentlich weiß ich irgendwann wieder etwas damit anzufangen.“

Schönes Wochenende!


 

Freitag, 7. April 2023

Panta rhei

 

Muss man, o lebenssatte Lesehäschen, wirklich noch was über Roald Dahl schreiben?

Man kann zumindest festhalten, dass aus der Debatte eine gewisse Unbedarftheit im Umgang mit Fiktionen spricht.

Für alle, die in letzter Zeit mediengefastet haben: In neuen Ausgaben von Kinderbüchern des einschlägig mit Recht berühmten Roald Dahl mögeerinfriedenruhen wurden Dinge bereinigt, dergestalt, dass Figuren nicht mehr als „fett“ oder „hässlich“ bezeichnet werden, weil man daas heutzutage nicht mehr tut. Wo man schon dabei war, wurden Frauenfiguren aufgewertet, weil es anscheinend ehrenrührig ist, von einer Supermarktkassierin zu schreiben, wenn es doch nichts kostet, stattdessen von einer Unternehmerin zu schreiben.

Sonderbar ist daran zunächst die Ansicht, dass es heutzutage „nicht mehr akzeptabel“ sei, jemanden als fett und hässlich zu bezeichnen. Damit wird die Generation Schneeflocke zur Ära Schneeflocke. Denn wenn man in den 80ern zu jemandem hingegangen wäre und gesagt hätte: „Du bist aber fett und hässlich“, dann hätte man eine Watschen kassiert. Es war nämlich, Überraschung!, auch damals nicht akzeptabel, sondern eine bewusste Provokation, die der Autor eingebaut hatte. Möglicherweise triggert das manche Gen-Z-er hart, aber auch vor 40 Jahren gab es so etwas wie Höflichkeit.

Noch seltsamer wird es, wenn man sich fragt, wessen Ausdrucksweise hier eigentlich modernisiert wird. Schon klar, dass der Herr Dahl der Autor ist. Wenn ich aber in einem Film von Buchundregietarantino sehe, wie jemandem ein Ohr abgeschnitten wird, wäre es vorschnell, zu unterstellen, dass Herr Tarantino gern Leuten die Ohren abschneidet. Denn nicht jede Darstellung ist affirmativ. Noch wichtiger: Der Autor ist nicht mit dem Erzähler identisch. Das ist offensichtlich bei Erzählungen in der Ich-Form (wobei es damit wohl bald vorbei sein wird, weil es nicht mehr statthaft ist, sich Traumata oder Benachteiligungen zu eigen zu machen, die man nicht tatsächlich durchgemacht hat). Es ist aber auch bei jeder anderen Erzählung der Fall. Wenn Herrn Dahls Erzähler jemanden als fett und hässlich bezeichnet, sollte man zumindest in Betracht ziehen, dass der Autor einen Erzähler zu schaffen beabsichtigte, der nicht so hundertpro der Sonnenschein des Lebens ist. Dass der Erzähler nicht mit dem Autor identisch ist, war schon eine 100-jährige Binsenweisheit, als der Text geschrieben wurde.

Doch nicht nur Kinderbücher werden modernisiert, auch Romane von Agatha Christie oder Ian Fleming. Die Verantwortlichen vermuten anscheinend ein Zielpublikum, das zwar des Lesens mächtig ist, dem aber jegliches Bewusstsein dafür abgeht, dass sich die Zeiten ändern. In der Spatzenpost gab es früher (apropos: gibt es eigentlich die Spatzenpost noch?) die Rubrik  Wie es früher war – wie es heute ist. Da lernte man zum Beispiel, dass der Opa noch mit langen Eschenholzschiern und nur einem Stecken am Berg zugange war und dass zwischen jenem Zustand und unseren damaligen Kästle samt Dachstein-Vollplastikbock der Fortschritt lag. Wenn der James Bond der 60er Jahre eine Ansicht über „persons of color“ (sagt man noch so?) äußert, die ein ordentlicher Mensch heute nicht mehr äußern würde, erkennt man daran in erster Linie, dass das schon ziemlich lange her ist. Es sei denn, man macht sich nicht klar, dass manche Dinge schon länger her sind als andere. Wer die Maßstäbe der Gegenwart an Artefakte der Vergangenheit anlegt, hat es nicht mehr weit zur Geschichtsvergessenheit. Und was mit Leuten geschieht, die vergessen, was schon war, wissen wir (zumindest einstweilen noch): Sie sind verurteilt, es zu wiederholen. Schönes Wochenende!

 

Freitag, 17. Februar 2023

Unter Druck

 

Von der Gamification, die Billigfluglinien so attraktiv macht, war hieramts schon die Rede, o fernwehgeplagte Lesehäschen: Man zahlt ja den lächerlichen Preis nicht für den Flug (der dank Zertifikatshandel übrigens CO2-technisch wurscht ist, solange du in Europa bleibt – die Zertifikate sind gekauft und werden garantiert verbraucht, ob du fliegst oder nicht), sondern für das Privileg, sich mit der fiesen Fluglinie zu matchen und zu sehen, ob du es wirklich schaffst, um diesen Preis zu fliegen oder ob du in eine der zahlreichen Fallen tappst wie zum Beispiel jene, den Online-Check-in zu vergessen, was eine Deppensteuer in mehrfacher Höhe des Ticketpreises nach sich zieht.

Übrigens musst du zwar online einchecken, um besagte Deppensteuer zu sparen. Du kannst das aber nur für den Hinflug erledigen, weil dies erst 24 Stunden im Voraus möglich ist. Es sei denn, du klickst den kleinen Schalter, auf dem „Check-in freischalten“ steht. Dann geht es auch für den Rückflug, vorausgesetzt, du wählst bereits deinen Sitzplatz aus, was wiederum von acht Euro aufwärts kostet, während der zufällig zugewiesene ohne Extragebühr benützt werden kann. Du beschließt also, es zu riskieren, dass du in der Ferne einen Drucker findest. Es gibt aber keinen Zurück-Button. Du musst dich wieder ausloggen und von vorn anfangen.

Und so weiter – die Reise mit Billiganbietern ist wie ein schlechtes Textadventure aus den 80ern. You are in a maze of twisty little extra offers, all alike. Man fragt sich, wie das läuft, wenn man sich als Kopilot für einen Flug eintragen will, wofür man ja bekanntlich ebenfalls bezahlen muss. Da es dort schwer möglich ist, einen Platz zufällig anzuweisen, kostet vielleicht das Sitzpolster extra?

Die Ähnlichkeit mit einem Textadventure endet jedenfalls, wenn du dann wirklich so weit bist, deine Bordkarten auszudrucken. Du musst sie ausdrucken, sonst sind sie nicht gültig. (Du könntest auch die App installieren, doch leider lehrt die Erfahrung, dass diese alles andere als harmlos ist, zumal besser abgehangene Leute wie euer Ergebener, also solche, die schon länger Genossen der Zeit sind, auf dem kleinen Bildschirm Fallstricken schwerer ausweichen als auf dem großen.)

Also lädst du das PDF herunter und druckst es. Und hast verloren. Denn ganz egal, wie genau  du liest, ergeben noch einmal an den Start zurückkehrst, gut versteckte Auswahlmöglichkeiten findest und so weiter: Spätestens beim Drucken haben sie dich doch. Denn nicht nur hat die erste Bordkarte einen vollflächig blauen Hintergrund, aus keinem anderen Grund als jenem, dass irgendwer dass nett gefunden hat (die weiteren sind nämlich weiß). Die Bordkarte nimmt auch nur ein Viertel der PDF-Seite ein. Zwei weitere enthalten nützliche Hinweise, die Geld kosten, wenn du sie befolgst. Das vierte Viertel aber ist: eine vollflächige Anzeige für irgendwas anderes von Ryanair. Wie geschickt du dich also auch anstellst, am Ende schenkst du Ryanair deine Druckertinte für ihre Werbung. Guten Flug und schönes Wochenende!

Freitag, 27. Januar 2023

Grau in grau

Fremdwörter, o klassisch gebildete Lesehäschen sind bekanntlich Glückssache, und wer sich noch nie infisziert hat, werfe den ersten Stein.

Noch mehr Glück braucht man freilich mitunter, um nicht nur das richtige Fremdwort zu erwischen, sondern ihm auch das korrekte Geschlecht zuzuschreiben. Anders als Menschen können die meisten Wörter (also: Hauptwörter, bei den andern ist es wurscht) ihr gender nämlich nicht nach Belieben wechseln. Nur wenige haben zwei oder gar gleich alle drei grammatischen Geschlechter in der Tasche wie James Bond seine Pässe. Der/die/das bekannteste Beispiel ist wohl Joghurt, dessen Geschlecht in der Jugend eures Ergebenen bisweilen für Diskussionen sorgte (es waren Zeiten vor dem Smartphone). Tatsächlich darf man der/die/das Joghurt sagen, wie man lustig ist. Früher war, wie hieramts vor längerem bemerkt, auch Dschungel so fluid, aber mittlerweile hat die Dudenredaktion eingesehen, dass „die Dschungel“ wahrscheinlich der Scherz eines Praktikanten war, dem niemand auf die Finger geschaut hatte, und „das Dschungel“ geht jetzt auch nicht so recht ölig runter.

Aber wir waren bei den Fremdwörtern. Euer Zweckdichter hätte bis vor Kurzem beliebige Summen darauf verwettet, dass man z. B. als niederösterreichischer Landeshauptmann ein Protegé hat. Tatsächlich hat man einen Protegé, auch wenn es sich um die Hanni handelt. Auf Risotto wäre ich ebenso reingefallen, denn du lässt dir den Risotto schmecken, besonders, wenn es sich um die unschlagbare Umami-Bombe mit Thunfisch und ordentlich Grana handelt, nicht etwa das Risotto.

Beides ist leicht damit erklärt, dass weder das Französische noch das Italienische ein grammatisches Neutrum kennen, sodass Joghurt dort wohl nicht nur genau zwei Drehrichtungen, sondern auch genau zwei Geschlechter hat.

Damit zum Feedback der Woche. Es verdient unter den Feedbäcken einen Ehrenplatz, weil man als Gebrauchstextproduzent nur höchst selten so klar erfährt,  was die eigenen Erzeugnisse für den zahlenden Kunden wert sind. Das Feedback fand sich auf der linken Hälfte einer Doppelseite, die rechts mehr Text enthielt als links, und lautete „bitte mehr Text“. Nicht etwa „hier bitte noch folgende Info“ oder etwas in der Art. Gewünscht war tatsächlich nichts als eine Steigerung des Grauwerts auf der Seite.

Man bekommt Lust, sich einen Anzug anmessen zu lassen, nur damit man bei der zweiten Anprobe testen kann, wie der Schneider dreinschaut, wenn man aufs linke Hosenbein deutet und sagt „bitte mehr Stoff“. Schönes Wochenende!


 

Freitag, 16. Dezember 2022

Zahltag

 

Wir haben, o meine betuchten Lesehäschen, vor drei Wochen etwas ungebührlich unter den Tisch fallen lassen: Am 25. November war Katharinentag und damit Tag der Abrechnung. In verschiedenen Regionen hatten sich nämlich einst verschiedene Tage eingeschliffen, zu denen es üblich war, Dienstverträge auslaufen zu lassen, neue abzuschließen und auch Schulden zu begleichen. Wo euer Ergebener herstammt, war dies der Katharinentag. Nicht etwa, weil die heilige Katharina besonders viel mit Rechnungswesen am Hut gehabt hätte, obwohl da was dran ist: Sie soll nämlich eine Philosophin gewesen sein, die dem Heidenkaiser Maxentius und seinen besten Denkern die Überlegenheit des Christentums so überzeugend vordenken konnte, dass er sich keinen Rat mehr wusste, als sie einkerkern und hinrichten zu lassen. Jetzt aber Fun fact: Laut Wikipedia hat es eine solche Katharina nie gegeben. Ihre Legende basiert vermutlich auf dem Schicksal der nicht nur Philosophin, sondern auch Mathematikerin (daher also das Rechnungswesen) Hypatia von Alexandria, die von einem christlichen Mob getötet und zerstückelt wurde.

Wie auch immer: Am Katharinentag wurde deshalb abgerechnet, weil es der Tag einer örtlichen Kirchenpatronin war, sodass man sich bei den entsprechenden Festlichkeiten begegnete und abwickeln konnte, was abzuwickeln war. Dass das unterschiedlich erfreulich war, je nachdem, auf welcher Seite des Schuldenzaunes man stand, hat Franz Michael Felder poetisch verewigt:

 

Tag des Schreckens und der Trauer

dessen mancher arme Bauer

nur gedenkt mit Schreck und Schauer.

 

Und so weiter, denn:

Wehe, die Banknoten schwinden

und in Sackes tiefsten Gründen

ist kein Silber mehr zu finden.

 

Und dabei heizte der Mann nicht einmal mit Gas!

Auch euer Ergebener hat inzwischen den einschlägigen Brief seines Stromversorgers erhalten und findet sich also mit einer gut 80-prozentigen Tariferhöhung ab, aber was will man machen. Nur im Dunkeln und Kalten zu sitzen ist auf Dauer schon eine Daseinsform, aber nur für fiktive christliche Märtyrerinnen. Dabei hilft die hieramts in letzter Zeit schon gewürdigte Kranken- sorry, Gesundheitskasse auch nicht weiter. Die weigert sich standhaft, eine therapeutische Leistung mitzufinanzieren, obgleich sie nachweislich Erfolge bringt, weil sie „nicht von medizinischem Personal erbracht wird“. Also, wenn ich mit einer halbzerkauten Dattel in der Luftröhre blau anlaufend daliege, ist es mir wahrscheinlich wurscht, ob ein Dr. med. oder der nächstbeste Callcentermitarbeiter mir die rettende Kugelschreiberhülse in den Hals rammt, Hauptsache Sauerstoff. Aber wenn man, wie die Österreichische Gesundheitskasse, schon geschaffen wurde, um Milliarden zu sparen, und stattdessen hunderte Millionen gekostet hat, muss man sich wohl nach der Decke strecken. Schönes Wochenende!


Freitag, 12. August 2022

Narrenhüte

 

Noch, o flauschig durchgewärmte Lesehäschen, ist Sommer, also eine der beiden Jahreszeiten, die, in den Worten Jesu, geeignet ist,  den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Es gibt nämlich, so seltsam es klingen mag, Leute, die Hitze mögen, und bisweilen scheint es beinahe, als seien sie sogar in der Überzahl gegenüber jenen Vernünftigen und charakterlich Gefestigten, die den Winter vorziehen, der damit als zweite Zwistsaison gespoilert sei. Wer bitteschön genießt es, mitten in der Nacht schweißgebadet aufzuwachen und das rettende Fenster öffnen zu wollen, nur um festzustellen, dass es schon offensteht? Üble Gesellen, that’s who! Wieviel erfreulicher ist es doch, sich in die Pfühle zu kuscheln, während draußen der Schneesturm tobt!

Freilich kann niemand mehr die Augen davor verschließen, dass die Hitzefreunde Oberwasser (oder zumindest den Mangel daran) haben. Denn Politik gibt es mittlerweile in zwei Geschmacksrichtungen. Beide funktionieren wie Autobahnbaustellen, die es ebenfalls in zwei Geschmacksrichtungen gibt. Die erste kennen wir zum Beispiel aus der Zusammenlegung der Krankenkassen, die der türkisen Regierung bekanntlich ein Herzensanliegen war, weil sie so gewaltige Einsparungen verhieß, die dann leider doch nicht eingetreten sind, wofür niemand etwas kann.

Solche Autobahnbaustellen erinnern ein bisschen an einen Ameisenhaufen, in den ein boshafter Mensch einen Stein geworfen hat: Es ist gewaltig viel Betrieb, riesige Maschinen dampfen, stinken und brummen, das Ganze dauert ziemlich lange, aber irgendwann – das Warten hat sich gelohnt – sind die Arbeiten abgeschlossen und es gibt: eine zweispurige Autobahn (so wie vorher, nur teurer).

Die zweite Sorte von Politik und Autobahnbaustellen gestaltet sich wie die Maßnahmen zur Rettung des Klimas in den letzten 30 Jahren und erklärt, warum es nicht schöner, aber einfacher wäre, die Hitze zu mögen: Man fährt so seiner Wege, selbstverständlich im Rahmen der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, als diese sich plötzlich ändert. Da ist ein Hunderter, der alsbald in einen Achtziger übergeht, denn die Fahrbahn ist durch Hütchenreihen verschmälert. Die nächsten zwei Kilometer fährst du also in einer Hütchenallee achtzig. Anfänger glauben, es müssten jetzt wieder irgendwo Bauarbeiter:_+*innen oder schweres Gerät zu sehen sein. In Wahrheit ist so eine Baustelle aber genau wie die Klimarettung: Es stehen viele, viele warnende Hütchen, doch es geschieht nichts, wovon nach Entfernung derselben noch etwas zu sehen wäre. Also fährst du irgendwann, wenn die Hütchen sich verloren haben, wieder 130, bis hinter die nächste Kurve, wo erneut Hütchen stehen.

Dies, o teure Lesehäschen, ist ein weiterer Grund, den Winter vorzuziehen, in welchem die Hütchen sich nämlich rar zu machen pflegen.

Schönes Wochenende!

Freitag, 10. Juni 2022

Ordnung

 

Es ist, meine teuren, aber nicht sonderlich leistungswilligen Lesehäschen, erst Anfang Juni! Niemand, tatsächlich niemand hat auf die Frage nach der korrekten Bezeichnung für, nunja, Ausübende des Zimmereiberufs, denen man mit Zimmermann oder Zimmerfrau auf den Schlips oder ein genderneutrales Accessoire stiege, auch nur eine depperte Antwort geliefert.

Notenkonferenz ist bitte erst übernächste Woche, Herrschaften, bis dahin erwarte ich mir gefälligst Mitarbeit! Die richtige Antwort lautet natürlich Zimmerperson, was den Vorteil hat, dass sich damit nicht nur die herkömmlichen Zimmerleute gemeint zu fühlen haben, die etwa mit einem Latthammer oder einem Kronenbohrer etwas anzufangen wissen, sondern, nehmt alles nur in allem, auch jene Zimmermädchen, -buben und sonstigen Zimmermenschen, deren Wirkungsgebiet nicht die Errichtung, sondern die Erhaltung einer ordentlichen Räumlichkeit ist. Wenn das keine Effizienzsteigerung ist, dann weiß ich auch nicht.

Ganz anders sieht es leider im Bereich der Musik-Apps aus. Angenommen, du hast einen guten Freund, der dir einst, als wir noch auf Dinosauriern zum Konsum geritten sind, nicht etwa eine Mix-CD gebrannt hat, sondern eine Serie von fünf Stück mit ungefähr 90 Nummern drauf. Er hat viel Zeit und Liebe darauf verwendet, und du willst das wertvolle Kompilat nicht mit den Selbstgebrannten untergehen lassen. Also rippst du die Dinger, man hat ja als alter Sack ein CD-Laufwerk parat.

Jetzt kommt der wichtige Teil: das Zeug so aufzubereiten, dass eine handelsübliche Musik-App die Stücke in der richtigen Reihenfolge abspielt, denn Shuffle wäre hier so wie Ketchup zum Schnitzel oder in Montana Steaksauce zum Steak (in Montana ist das anscheinend voll das No-Go). Man denkt sich zunächst, die App könnte die Reihenfolge des Rippens einhalten, irgendwie geht das aber nicht. Das Internet rät dir daher, am Anfang jedes Dateinamens eine hinreichend vielstellige Nummer einzufügen und die Stücke nach Namen zu ordnen.

Gesagt, getan. Natürlich dauert das, aber es hat ja auch gedauert , die CDs zu rippen sowie Interpret und Titel jeder Nummer zu ergänzen, da kommt es darauf auch nicht mehr an.

Nun hast du die Playlist auf dem Handy, ordnest sie nach Namen und drückst Play. Es ertönt als erstes Abgesang von Gustav, was nett ist, aber erst ungefähr an 70. Stelle kommen sollte. Nach einigem Herumprobieren stellst du fest, dass die App nicht imstande ist, die Lieder nach den Dateinamen zu ordnen. Wenn sie auch behauptet, das zu tun, so ordnet sie stattdessen doch trotzdem hartnäckig nach Titeln. Da war der Tipp aus dem Internet vielleicht doch nicht so gut. Es könnte natürlich auch an der doofen vorinstallierten App liegen. Schließlich gibt es noch ungefähr 5.000 andere Musik-Apps.

Machen wir es kurz: Anscheinend gibt es keine einzige App, die sich dazu bewegen lässt, die tatsächlichen Dateinamen als Ordnungsprinzip zu nutzen. Auch bei 90 Stücken auf der Playlist muss man sie manuell in die gewünschte Reihenfolge bringen.

Irgendwie musste euer Ergebener bei dieser Entdeckung an ein kürzlich erfolgtes Feedback denken: Zu abstrakt abgeholt!

Da kann man nur auf ein schönes Wochenende hoffen.